Eine Stückentwicklung

Im Mittelpunkt der Stückentwicklung steht das bekannte Nibelungenlied -und ein geheimnisvolles Drehbuch, mit dem Filmgeschichte geschrieben werden soll. Bei der anvisierten Neuverfilmung handelt es sich um einen gigantischen Hollywood-Blockbuster, der mit allen Tricks und Raffinessen in Szene gesetzt wird. Zumindest ist das der Plan, denn die Zuschauer finden sich unversehens als Castingteilnehmer wieder -  und können sich, während sie sich über ihre Rollen Gedanken machen, von den beiden Drehbuchautoren die Highlights schon mal vorspielen lassen. Doch zunehmend öffnen sich im Spiel Gräben. Es wird deutlich, dass höhere Mächte das geplante Projekt sabotieren möchten. Und am Ende des Abends steht nicht nur die vernichtende Entscheidungsschlacht zwischen Xanten und Burgund - sondern auch die Auflösung aller Illusionen, was den geplanten Film betrifft.

Nibelungen 6_neu

Der junge Siegfried demonstriert seine Stärke am Hof von Worms. Er ist im Besitz des Nibelungenschatzes, des sagenhaften Schwerts Balmung sowie einer Tarnkappe, die ihn unsichtbar macht. Das Blut des Drachen, mit dem er kämpfte, hat ihn unverwundbar gemacht. Er wirbt um Kriemhild, und sie heiratet ihn – ohne zu wissen, dass sie Bestandteil eines Deals ist: Ihr Bruder Gunther, der König von Burgund, bezwang mit Hilfe Siegfrieds die als unbesiegbar geltende Brunhilde. Als die beiden starken Frauen den jeweiligen Betrug aufdecken, ziehen sie verheerende Konsequenzen. Liebe, Eifersucht, Verrat, Lüge und Tod – das sind die tragischen Zutaten eines der bekanntesten deutschen Heldenepen.

 

Nibelungen 3

Viel Wunderdinge melden · die Mären alter Zeit / Von preiswerten Helden · von großer Kühnheit, / Von Freud' und Festlichkeiten · von Weinen und von Klagen, /Von kühner Recken Streiten · mögt ihr nun Wunder hören sagen. / Es wuchs in Burgunden · solch edel Mägdelein, /Dass in allen Landen · nichts Schönres mochte sein. / Kriemhild war sie geheißen · und ward ein schönes Weib, / Um die viel Degen mußten · verlieren Leben und Leib. / Die Minnigliche lieben · brachte keinem Scham; / Um die viel Recken warben · niemand war ihr gram. / Schön war ohne Maßen · die edle Maid zu schaun; / Der Jungfrau höf'sche Sitte · wär' eine Zier allen Fraun. / Es pflegten sie drei Könige · edel und reich, / Gunther und Gernot · die Recken ohne Gleich, / Und Geiselher der junge · ein auserwählter Degen; / Sie war ihre Schwester · die Fürsten hatten sie zu pflegen. / Die Herren waren milde · dazu von hohem Stamm, / Unmaßen kühn von Kräften · die Recken lobesam. / Nach den Burgunden · war ihr Land genannt; / Sie schufen starke Wunder · noch seitdem in Etzels Land. / Zu Worms am Rheine wohnten · die Herrn in ihrer Kraft. / Von ihren Landen diente · viel stolze Ritterschaft / Mit rühmlichen Ehren · all ihres Lebens Zeit, / Bis jämmerlich sie starben · durch zweier edeln Frauen Streit. / Ute hieß ihre Mutter · die reiche Königin, / Und Dankrat ihr Vater · der ihnen zum Gewinn / Das Erbe ließ im Tode · vordem ein starker Mann, / Der auch in seiner Jugend · großer Ehren viel gewann.

Nibelungenlied